Freitag, 18. September 2015

Bodys und eine kleine Anleitung

Heute würde ich euch gerne zeigen wie ich bei Schnabelinas Regenbogenbody das Bündchen unten annähe. Vielleicht machen das schon einige oder sogar schon viele so. Aber vielleicht kann ich jemanden doch noch einen kleinen Tipp mit auf den Weg geben.

In der Anleitung von Schnabelina werden die Beinbündchen an die einzelnen Schnittteile angenäht, so daß man am fertigen Body immer rechts und links eine Naht hat. Diese kann bei moppeligen Babys vielleicht am Bein zwicken oder reiben. ( Ich spreche aus Erfahrung, also was meine Tochter angeht ;-) Ich näh das Bündchen so an das keine Naht zu spüren (und zu sehen, daß ist mir auch voll wichtig) ist. Vom letzten Body nähen habe ich Bilder gemacht, ich hoffe man kann auch erkennen, was gemeint ist.

Los geht´s:

Ihr braucht alle Schnitteile wie angegeben. Es spielt keine Rolle für welche Variante ihr euch entscheidet und auch die Ärmellänge ist nicht von Belang. In meinem Beispiel habe ich den amerikanischen Ausschnitt genäht und kurze Ärmel.

1. Den amerikanischen Ausschnitt mit Bündchen versehen, bügeln und absteppen. Ärmel annähen und die Seitennähte schließen.
Alle anderen Ausschnittsvarianten auch soweit fertig nähen, außer unten das Bündchen.  
 
  Sieht jetzt nach einen Body aus, bei dem etwas wichtiges vergessen wurde ;-)


2. Ihr braucht ein langes Bündchen, ich habe hier ein 1,60 Meter langes zurechtgeschnitten, 1,20 hätte auch gereicht. Kommt auch auf die Größe die ihr näht an. Falls ihr kein so langes Bündchen zur Hand habt, könnt ihr auch zwei oder drei kürzere Streifen zu einem langen zusammen nähen, allerdings kann man dann das von außen sehen. 
Mich stört es bei unseren Bodys nicht, aber in meinem Beispiel wollte ich das natürlich nicht und habe deshalb nochmal schnell die Bündchenfarbe gewechselt. Das rote war nämlich nur 60 cm lang.

3. Nun wird als Ausgangspunkt eine Seitennaht hergenommen. Ihr messt ca. 4-5 cm ab und setzt dort eine Nadel. Hier wird gleich das Nähen angefangen. Ganz wichtig: Das Bündchen muss mehr als 4 cm abstehen, ich nehm meistens 8-10 cm, je nach Dehnbarkeit. Das Bündchen steht also ein paar cm über die Seitennaht heraus. (sieht man bei meinem Bild schlecht..)


4. Ab der Nadel näht ihr nun das Bündchen an.


Immer daran denken: In den Innenrundungen das Bündchen dehnen, bei den Außenrundungen den unten liegenden Stoff. Übung macht hier wahrlich den Meister ;-) Solange nähen bis ihr wieder einige Zentimeter vor eurer angefangenen Seitennaht angelangt seit.



Dort hört ihr auf und nehmt den Body aus (oder von?, wie heißt es richtig???) der Maschine. So sieht es nun aus:



5. Ihr faltet auf einer Seite das Bündchen wieder zusammen und dehnt es in der gleichen Weise wie ihr es an der anderen Kurve der Seitennaht gemacht habt. Ihr dehnt es genau bis zur Seitennaht.

 
Nicht den Stoff dehnen, nur das Bündchen! Dann setzt ihr auf Höhe der Naht in die untere!!! Bündchenlage eine Stecknadel. Das ist die die direkt auf dem Stoff liegt.


6. Dann die andere Seite: Bündchen falten, dehnen bis zur Seitennaht, in die untere Bündchenlage eine Nadel setzen.




Und dann sieht das so aus:


7. Die beiden Nadeln dienen zu orientierung wo ihr nun die Bündchen aufeinander näht. Und zwar rechts auf rechts!


Nähen und dann habt ihr auch gemerkt warum man mehr Bündchen am Anfang und Ende überstehen lassen muss;-) Sonst bekommt man den Stoff nicht richtig unter die Maschine.




8. Überprüft nochmal ob das Bündchen auch genug Zug hat, ansonsten könnt ihr es auch enger nähen. Und dann wird es angenäht.


9. Wer mit Overlock arbeitet, darf jetzt die Raupen einziehen. Dann noch gut bügeln und absteppen.



Tada!!! Fertig!!! (fast, Druckknöpfe natürlich noch)

 
Und das Ergebniss kann sich sehen lassen, oder? Bei dem melierten Bündchen sieht man kaum die Naht. Das freut mich sehr...


Nun kann das Seitennahtende nicht mehr am Babybein reiben oder drücken.

Das war übrigens nicht der einzige Body der letzte Woche entstanden ist. Nächste Woche zeige ich euch alle. 

Bis dahin macht es gut und habt ein schönes Wochenende.
Maria


Schnitt: Schnabelinas Regenbogenbody
Stoff: Ballon Bears von alles-für-selbermacher

verlinkt bei kiddikram und meitlisache

Kommentare:

  1. Jaaa :D genauso mache ich das auch aus den gleichen Gründen!!! Tolle Anleitung :)
    Liebste Grüße

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    1. Bei mir hat es etwas gedauert bis ich auf die Idee kam - nennt sich wohl stilldemenz ;-) abends fällt es mir manchmal so schwer logisch zu denken... Komplizierte Sachen näh ich daher immer am Wochenende, da ist ein nachmittag meist zum nähen da!

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  2. Hallo Maria schön, dass du dir die Zeit genommen hast und die Anleitung mit uns teilst. Ich habe es auch schon öfter so gemacht, weil es einfach schöner aussieht. Das Problem mit dem drücken und reiben, war mir bisher nicht so bewusst. Dafür ist die Methode natürlich super. Ich nähe aber auch weiterhin die andere Variante, weil sie einfach schneller geht...;-) jedenfalls bei mir und ich bin halt Frau Ungeduld :-D
    LG Ramona

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    1. Stimmt, schneller geht's und deshalb mache ich es auch manchmal anders. Oder ich nähe den Body so weit fertig ( ohne bündchen unten) und schließe nur eine Seite. Dann nähe ich das bündchen dran und schließ die andere Seite. Dann hast du nur eine Seitennaht und schnell geht's auch....

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  3. Das klingt sehr logisch, ähnlich ist es nämlich auch, wenn man einen Quilt einfasst :-)
    Irgendwie habe ich jetzt richtig Lust, Bodys zu nähen... Das wäre auch eine gute Möglichkeit, Jerseyreste zu verwenden und unser kleinster Neffe ist ja genau im richtigen Alter (3 Wochen alt).

    Liebe Grüße,
    Karen

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  4. Beim quilten ist es aber sicher schwerer! Das bündchen hier dehnt sich, bei webstoffe ist das nicht der Fall.
    Oh wie süß, 3 Wochen. Das ist wirklich die richtige Größe für resteverwertung.

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