Mittwoch, 26. August 2015

Warum ein Body manchmal mehr ist als ein Body....

Ihr Lieben

Vor einigen Wochen habe ich in Trudi´s Blog über die Aktion von Herz zu Herzchen gelesen. Ich wollte da unbedingt mitmachen. Aber dann waren die letzten Schulwochen, der Ferienanfang und die Aktion vergessen. Zum Glück hat mich Yva mit diesem Post  wieder daran erinnert.

Und nun schäme ich mich das ich das vergessen konnte, sind wir doch selbst betroffen. Wir haben ein Herzchen, welches bereits zwei Mal am offenen Herzen operiert wurde und mittlerweile fünf Herzkatheter hinter sich hat.

Also habe ich mich diese Woche hingesetzt und mit Yvas Links und Quellenangaben einen Wickelbodyschnitt in Größe 110 versucht. Der Versuch sieht gar nicht mal so schlecht aus, allerdings habe ich die Druckknopfbügel (die ich eigentlich gar nicht hätte machen müssen weil Bindebänder einfacher zu Handhaben sind) einmal falsch genäht und nun hängen sie halt außen mit dran.


Der Wickelbody an sich war sehr schnell genäht. (wieder meines erwarten)  Das Bündchen annähen war sehr interessant. Zum einen weil ich noch nie so ein langes Bündchen annähen musste. Ich habe mehrere Streifen anneinander genäht, damit es auch ja ausreicht. Im ganzen waren es 3 Meter, welche auch fast aufgebraucht sind.
Zum anderen weil ich manchmal nicht wußte wo am Body ich bin und das war dann auch irgendwie lustig wie ich den Body abgesucht habe. Größe 110 ist halt etwas anders als Größe 56 oder 62, grins.

Größentechnisch ist 110 meiner 3 Jahre alten Tochter zu groß, sowohl in der Länge als auch in der Weite. Ich habe bei den Vorderteilen auch an den Seiten die Nahtzugaben weggelassen, sonst wäre der Body noch weiter geworden. Die Bündchen habe ich 5 cm breit zugeschnitten und mit der Zwillingsnadel abgesteppt,  die Wellen hielten sich dieses Mal in Grenzen, aber auf langer Sicht hin werde ich mir doch einen Obertransportfuß gönnen.
 
Liebe Trudi, wenn die Druckknöpfe nicht stören, werde ich diesen Body mit auf Reisen schicken...





Nun möchte ich euch von ganzen Herzen bitten bei dieser Aktion mitzumachen. Dazu möchte ich etwas sehr persönliches erzählen und ich werde auch einmal das Gesicht unserer Tochter weiter unten zeigen. Aber es ist ein nicht so schönes Krankenhausbild, wer das also nicht sehen möchte sollte hier das lesen und schauen aufhören.

Unsere Herzmaus hat einen schweren angeborenen Herzfehler der sich hypoplastisches Rechtsherz nennt, kurz beschrieben sie hat nur ein funktionierendes halbes Herz, die rechte Herzseite hat sich nicht entwickelt. ( Hier kann nachgelesen werden was genau das ist)
Nach der Geburt musste sie sofort auf Intensiv verlegt werden, bekam Medikamente und wurde dauerüberwacht. Ich könnte so endlos über diese Zeit schreiben, über die Trauer und Wut die wir als Eltern empfanden, die Schmerzen die die Herzmaus hatte oder die Problematik drei kleine Geschwisterkinder zu Hause zu haben. Aber das würde den Rahmen sprengen und hat nichts mit meinem Post heute zu tun.
Nur dieses eine: Als ich nach der Geburt in die Kinderklinik kam um unsere Maus zu sehen, lag sie da mit zwei Zugänge, Elektroden, Sauerstoffsättigung und die Schläuche der Infusionen und hatte nur eine Windel an. Ein schrecklicher Anblick!!! Das wirkte auf mich so hilflos!!!
Dann kam die OP , und noch schrecklichere Anblicke. Sie kam mit 16 Medikamenten aus dem Op. Hatte wo es nur ging Zugänge, Dranaigen und was weiß ich noch alles...

Die Tage vergingen, nach und nach wurden es weniger Schläuche und eines Morgens kam ich zu ihr und sie hatte einen kleinen Strampler an. In diesem Moment liefen mir die Tränen über das Gesicht - mein Baby sah aus wie ein kleines süßes Baby!!! Der Strampler war nicht mal besonders schön, aber es war ein kleines Stück "Normalität" - das was gesunde Babys auch haben, niedliche Bodys, Strampler, Söckchen oder kleine Mützen.


Wir waren so dankbar das wir ab da unser Mädchen anziehen konnten und besonders praktisch waren da natürlich Kleidungsstücke die nicht über den Kopf gezogen werden müssen oder die man zum Ultraschall machen, einfach aufknöpfen kann.


Und hier nochmal zwei  Bilder die ganz gut zeigen warum ihr wirklich eine große Hilfe seit wenn ihr Trudis Aktion unterstütz.



Da möchte man doch wirklich keinen engen Body drüber ziehen müssen....

Sehr viel Text heute, aber das muß eben auch mal sein. Ich wünsche euch einen schönen Tag und denkt bitte mal nach ob ihr einen Anteil an der Aktion haben könnt.
Liebe Grüße
Maria

Schnitt: Schnabelinas Regenbogenbody verändert nach einer Anleitung/Inspiration von YvaR.
Stoff: Schwalben von stoffgezwitscher

verlinkt bei meitlisache und  kiddikram

Kommentare:

  1. Liebe Maria,
    vielen Dank für diesen (persönlichen) Beitrag.
    Was für eine tapfere Tochter ihr habt <3
    Ich habe mir fest vorgenommen, für die Aktion auch zu nähen und ich hoffe, dass ich das mit den Bindebändchen hinkriege :D
    Bisher habe ich nur mal eine Wickeljacke genäht und da bin an der Knopfpositionierung fast verzweifelt.
    Liebe Grüße, Christine

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    1. Genau die selbe Problematik hab ich auch. Irgendwie hab ich immer einen Knoten im Hirn wies am Ende sein muss.

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  2. Oh liebe Maria, mir sind gerade die Tränen gelaufen. Das muss wirklich eine ganz schwierige Zeit für euch gewesen sein... Ja, Christine hat Recht, eine tapfere Tochter habt ihr. Aber ihr seid auch stark und noch stärker geworden dadurch!
    Viele liebe Grüße!

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    1. Ja, sie ist eine Kämpferin! Und ich hab durch sie gelernt die kleinen Dinge im Leben zu sehen....

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  3. Bin gerade über Deinen Blog gestolpert und habe den Tab "Herzmaus" durchgelesen. Auch das sie erst wieder eine OP hat oder hatte. Ich wünsche euch viel viel Kraft und der kleinen Maus alles Gute und Liebe. Bei mir sammeln sich gerade die Tränen in den Augen.
    Martina

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